Atherom, Fibrom und Lipom

Atherom

Atherome (Synonym: Trichilemmalzyste) sind gutartige Zysten im Unterhautgewebe, die von stecknadelkopf- bis Apfelgröße anwachsen können. Im Volksmund werden sie auch als Grützbeutel oder Grießknoten bezeichnet.

Atherome entstehen aus einer Verstopfung des Ausführungsganges für das Talgdrüsensekret, die in enger Verbindung zu den Haarwurzeln stehen. Durch den Rückstau bildet sich ein etwas übelriechendes Gemisch u.a. aus Fettkristallen und Hautzellen. Wegen der Verbindung zu den Haarwurzeln finden sich Atherome meisten am behaarten Kopf oder im Nacken wie auch am Rücken oder im Intimbereich.

 

Müssen Atherome entfernt werden?

Wenn Atherome vorhanden sind und keine Beschwerden bestehen, muss eine Operation nicht erfolgen. Allerdings neigen Atherome oft zu Entzündungen und sind die häufigste Ursache von Abszessen im Nacken/Rückenbereich und am Ohrläppchen. Bei fortgeschrittenem Abszesse mit Eiterbildung ist eine Operation unumgänglich und sollte auch radikal durchgeführt werden. Dabei ist es besonders wichtig nicht nur hineinzuschneiden, sondern das gesamte Atherom mit Kapsel zu entfernen, da es ansonsten wiederkommt. Danach kann die infizierte Wunde nicht genäht werden, sondern verbleibt offen. 

 

Wir empfehlen daher bei wiederkehrenden Entzündungen mit einer Anschwellung des Atheroms eine operative Entfernung in einem nichtentzündlichen Intervalls, da das gesamte Atherom komplett entfernt und die Wunde mit einer Naht verschlossen werden kann, was ästhetisch insbesondere im Gesicht immer die bessere Option ist. Aber auch hier neigen Atherome gerne zu Rezidiven.

 

Fibrom

Fibrome sind gutartige mesenchymale Geschwulste, die aus einer Wucherung von Bindegwebszellen (Fibrozyten) entstehen. Meistens entstehen Fibrome an Armen und Beinen und können bis zu 1cm groß werden. Von der Konsistenz und Anzahl sind Fibrome sehr unterschiedlich. Teilweise imponieren diese als einzelne knotenartige Wucherungen im Gesicht oder kommen in einer großen Anzahl von kleinen, weichen Läppchen wie unter den Achseln vor. Die Ursachen ist unklar und bei adipösen Menschen kommen Fibrome gehäuft vor.

 

Müssen Fibrome entfernt werden?

Jeder Mensch hat irgendwo ein Fibrom am Körper. Symptome sind eher selten und es handelt sich meistens um ein ästhetisches Problem. Fibrome können aber auch länglich sein, was zu wiederkehrenden Verletzungen führt. Diese können durch den Chirurgen problemlos entfernt werden. Eine feingewebliche Untersuchung ist dabei immer durchzuführen. Eine Selbstentfernung durch Patienten sollte aufgrund des Infektionsrisikos dabei auf keinen Fall durchgeführt werden.

 

Lipom

Ein Lipom wird auch als Fettgeschwulst bezeichnet und ist ein gutartiges Geschwulst (Tumor), welches aus einer Vermehrung von Fettgewebszellen (Adipozyten) besteht. Lipome sind die häufigsten Tumor bei Menschen und Männer sind etwas häufiger davon betroffen. Meistens handelt es sich um kleine, unter der Haut tastbare Gnubbel, die einem plötzlich auffallen. Als Zeichen eines gutartigen Tumors sind Lipome gut verschieblich und lassen sich auch gut abgrenzen. Symptome wie Schmerzen treten eher selten auf, bei einer Größenzunahme kann es aber zu einem lästigen Pieken oder dem Abdrücken von venösen Blutgefäßen kommen.

 

Viele Lipome sind oberflächlich an den Armen und Beinen gelegen und können dort auch gut getastet werden. Es gibt aber auch Lipome in tieferen Schichten zwischen den Muskeln, was gut im Ultraschall diagnostiziert werden kann. Manche Menschen haben eine krankhafte Vermehrung von Lipomen, was als Lipomatose bezeichnet wird.

 

Lipome haben eine feine Kapsel, die sie zu dem "normalen" Unterhautfettgewebe abgrenzt und gehen nie von alleine wieder weg. Die alleinige Therapie besteht in der chirurgischen Entfernung (Exstirpation) des gesamten Lipoms. Es gibt zwar auch die Möglichkeit einer Absaugung oder Auflösung, was aber nur bei kleinen Befunden möglich und in der Regel eine IGel Leistung ist.

 

Müssen Lipome entfernt werden?

Nein, nur wenn es Beschwerden gibt oder im Nacken/Schulter Bereich. Hier sind die Lipome oft nicht so gut abgrenzbar wie an den Armen/Beinen und am Rumpf und können auch recht groß werden. Dies kann sogar zu Bewegungseinschränkungen führen und aufgrund der nicht so gleichmäßigen Struktur kann es bei größeren Lipomen oft zu einem Wiederauftreten (Rezidiv) kommen. Bei Befunden von über 2 cm sollten die Operation durch erfahrene Chirurgen stattfinden, da das Fettgewebe gut durchblutet ist und Lipome auch an dem Bindegewebe der Muskeln sehr festwachsen können. Dieses trifft insbesondere auch bei tieferliegenden Lipomen zwischen Muskeln zu, die teilweise nicht leicht zu entfernen sind.

 

Wichtig zu wissen. Es gibt auch Fettgeschwulste, die bösartig sind und Liposarkome genannt werden. Besteht der Verdacht darauf, muss eine Kernspintomographie (MRT) gemacht und der Befund danach operiert werden. Als Zeichen einer bösartigen (malignen) Erkrankung wachsen diese Fettgesschwulste jedoch recht schnell über mehrere Monate, wohingegen gutartige (benigne) Lipome sich über Jahre in Größe und Form nicht verändern.  

Bei Unklarheit am besten immer einen Chirurgen aufsuchen und die Struktur untersuchen lassen.

 

Operation zusammengefasst

Operationsort: ambulant in Praxis, bei größeren Befunden im Krankenhaus

Betäubung: Lokale Anästhesie

Nüchtern sein: nein

OP-Zeit: 10-40 Minuten (je nach Größe des Befundes)

Schmerzen nach OP: gering

Fadenzug: nach 10-14 Tagen

Arbeitsunfähigkeit: meistens keine, selten 1-3 Tage

Auto fahren nach OP: ja

Sport: Wegen der Narbenbildung sollt bis zum Fadenzug keine Belastung der Wunde erfolgen

 

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